Die Gute Nachricht besser kommunizieren

Gottes­dienst streamen: Der unkom­pli­zierte Guide

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
ca. 10 Minuten Lesezeit

Seit vergan­genem Wochen­ende ist einge­treten, was vor wenigen Tagen noch als undenkbar wirkte: Versamm­lungen zum Gottes­dienst sind quasi deutsch­land­weit verboten.

Gerade in Zeiten der Verun­si­che­rung und des (sinn­vollen) persön­li­chen Distan­zie­rens entfällt somit das zentrale seel­sor­ge­ri­sche und gemein­schafts­stif­tende Medium der Kirche.

Wie also weiter machen?

Gottes­dienst streamen?
Andachten uploaden?
Whatsapp-Gottes­dienste feiern?

Wir denken: Machen Sie es den Menschen maximal einfach, Ihre Angebote auch digital wahr­zu­nehmen.

Deshalb erwartet Sie hier:

  • eine prägnante theo­lo­gi­sche Einord­nung
  • Entschei­dungs­hilfen aus der Praxis einer orts­un­ab­hängig agie­renden Agentur
  • einfache Anlei­tungen
  • Über­sichten, was benötigt wird

Wenn die Leute nicht zum Gottes­dienst kommen können – sollte dann nicht der Gottes­dienst zu ihnen kommen?

Schon vor Corona war klar: Wir müssen den pasto­ralen Auftrag der Kirche auch digital denken.

In Zeiten von Social Distan­cing und dem Verbot von Gottest­diensten sind wir nun sogar dazu gezwungen.

Denn wie sollen wir unseren pasto­ralen Dienst ausüben, den wir bisher vor allem orts­ge­bunden inter­pre­tiert haben, wenn die Menschen nicht mehr an diesen Ort kommen dürfen?

In den aktuellen Zeiten ist die digitale Welt nicht mehr nur eine wesent­liche Dimension des Mitein­an­ders – es ist die zentrale Dreh­scheibe für Kontakt geworden.

Und viel­leicht sogar noch mehr:

Es ist die Haupt­schlag­ader für das kirch­liche Leben in einer Infek­ti­ons­krise.

Daher der dringende Appel: Lassen Sie Ihre Gottes­dienste nicht ausfallen – sondern sorgen Sie lieber dafür, dass Menschen unkom­pli­ziert Zugang finden können.

Am einfachsten geht das über einen Video-Stream im Internet.

Doch was müssen Sie dabei beachten?

Zentrale Vorüber­le­gungen

Streamen – oder nicht lieber doch auf Chat setzen?

In den eingän­gigen Gruppen auf Facebook erleben wir gerade, dass einige zentrale Personen Chat­pro­gramme und Social Media Kanäle als Ausweichort für Gottes­dienst anpreisen.

Oftmals scheint dies eher der persön­li­chen Präferenz geschuldet zu sein als einer abwä­genden, stra­te­gisch-pasto­ralen Entschei­dung.

Aus drei Gründen:

  1. Solche Über­le­gungen setzten voraus, das die Menschen einen Account im jewei­ligen Sozialen Netzwerk haben
  2. Hat ein Gottes­dienst in Textform weniger Auffor­de­rungs­cha­rakter als ein Stream. Letzterer entspricht auch mehr der Gewohn­heit (siehe Fern­seh­got­tes­dienst).
  3. Oftmals liest man auch die Empfeh­lung eines Twitter-Gottes­dienstes. Jedoch lässt sich bei Twitter die Verbrei­tung in Deutsch­land kaum noch verläss­lich in Prozent­zahlen fest­zu­stellen. Hier liegt der statis­ti­sche Fehler höher als der wahr­schein­liche Nutzer­an­teil.… (vor zwei Jahren lag die Verbrei­tung von Twitter bei 3%…).

Oder anders­herum gefragt: Können Sie sich vorstellen, wie Oma Gertrud beständig ihr “Amen” in eine WhatsApp-Gruppe nach jeder virtuell-litur­gi­schen Handlung schreibt? Zusammen mit all den anderen Personen, die sonst jeden Sonntag in den Reihen sitzen?

Die Menschen sind visuelle Wesen und konsu­mieren Inhalte bevorzugt folglich visuell. (Die Kanzlerin hat ja auch eine Video­an­sprache veröf­fent­licht und nicht einfach nur eine weitere Pres­se­mit­tei­lung…).

Natürlich hat das Video auch Nachteile gegenüber dem Chat oder Social Media: Es ist nicht inter­aktiv. (Aber ist das Ihr Gottes­dienst sonst auch?)

Trotzdem bleibt ein Gottes­dienst in Chat-/Textform allein durch die Wahl der Mittel ein Flaschen­hals. Und Flaschen­hälse sollte man in normalen Zeiten schon vermeiden, wenn man erfolg­reich kommu­ni­zieren möchte…

Gottes­dienst streamen – live oder aufge­zeichnet?

Um Ihre “Schäfchen” mit geist­li­chen Inhalten zu erreichen, sollten Sie auf die visuelle Ebene setzten: den Gottes­dienst streamen. (Was das für eine Form von Gottes­dienst wird, ist erstmal eine ganz andere Frage…siehe weiter unten)

Bleibt noch die Frage, ob live oder aufge­zeichnet?

Die Vorteile von aufge­zeichnet sind klar:

  • Sie können mehrmals beginnen, falls etwas nicht klappt
  • Fehler können einfach heraus­ge­schnitten werden
  • Man kann aus mehreren Perspek­tiven filmen und so für Abwechs­lung sorgen

Gleich­zeitig bleibt es eben eine Aufzeich­nung. Und denen hängt schon etwas konser­ven­haftes an. Warum sollte man sich ein Geschehen, welches eigent­lich live statt­findet, nicht-live anschauen?

Deshalb wäre es an dieser Stelle ratsam, viel­leicht dann eher auf Video-Andachten aus dem Kirchraum zu setzen. Diese taugen sehr gut als Aufzeich­nung.

Soll es sich aber mehr oder weniger um ein gottes­dienst­li­ches Geschehen handeln, setzen Sie lieber auf den Live-Stream. Großer Vorteil hier: Bei Portalen wie YouTube kann man diesen ebenfalls aufzeichnen – und so hinterher auch zugäng­lich machen für die Menschen, welche nicht teil­nehmen konnten.

Nach welchem Kriterium soll ich Technik/ Tool/Soziales Netzwerk auswählen

Zuerst einmal: damit möglichst viele Menschen daran teil­nehmen können, sollte die Lösung maximal einfach zugäng­lich sein.

Jetzt ist nicht die Stunde, um tech­ni­sche Spie­le­reien auszu­pro­bieren, welche besonders dem Daten­schutz- oder EDV-Beauf­tragten gefallen. Sondern möglichst vielen Menschen unkom­pli­ziert Zugang zu den Gottes­diensten zu ermög­li­chen.

Sie sollten deshalb vor allem drei Punkte in den Blick nehmen:

Infografik Gottesdienst Streamen Zugänglichkeit Zuverlässigkeit Einfachheit

Was bedeutet das konkret?

Sie sollten…

  1. auf verbrei­tete Software setzen statt auf Spezial-Lösungen. Gängige Soft­ware­lö­sungen funk­tio­nieren bei den meisten Browsern, Smart­phones etc.. Das tun Spezi­al­pro­gramme erfah­rungs­gemäß nicht.
  2. auf Reich­weite achten. Wenn Soziales Netzwerk (wie ein Live-Stream via Facebook), dann wählen Sie ein reich­wei­ten­starkes Network. Z.B. ist eine Lösung wie Twitch rein auf das Streamen spezia­li­siert, dürfte jedoch nicht den Punkt Zugäng­lich­keit erfüllen. Also lieber auf die Reich­weiten-starken Medien setzen: WhatsApp, Facebook, Instagram, YouTube.
  3. Nutzer­freund­lich­keit bedenken. Als weiteren Faktor sollte man bedenken, wie aufwändig und kompli­ziert die Software das Erstellen von Live­streams macht. Hier gilt: Einfach schlägt kompli­ziert. Nur was einfach funk­tio­niert, wird erfah­rungs­gemäß auch konstant umgesetzt.
  4. Zugangs­hürden von Anfang an umgehen. Nutzer sollten sich nichts herun­ter­laden oder sich irgendwo anmelden müssen. Solche Flaschen­hälse gilt es von Anfang an zu umschiffen. Noch einmal: So vielen Menschen wie möglich soll so einfach wie möglich Zugang gewährt werden.

Kombi­niert man diese Faktoren, bleibt eigent­lich nur noch eine stimmige Möglich­keit übrig…

YouTube.

Denn die Plattform ist

  • maximal offen für “normale”, nicht einge­loggte Surfer. (Zugäng­lich­keit)
  • ist als Ort für Video weithin akzep­tiert und hat ihren “Sitz im Leben”
  • sehr benut­zer­freund­lich beim Erstellen eines Streams (Einfach­heit)
  • sehr belastbar, durch starke Ressourcen im Hinter­grund (Stabi­lität)
  • funk­tio­niert auf so ziemlich jedem Betriebs­system, Browser etc. (es gibt sogar Apps für Tablets, AppleTV, Googles Chro­me­Cast etc…) (Zugäng­lich­keit)

Wichtig: Da YouTube zum Google Konzern gehört, ist diese Empfeh­lung etwas, das Ihnen Ärger von Ihrem kirch­li­chen Daten­schutz­be­auf­tragten einhan­deln könnte.

Aber die Frie­dens­be­we­gung hatte bestimmt auch nicht den Segen des Militär-Beauf­tragten – und auch das “Fringsen” (vom Kardinal erlaubter Mundraub in Krisen­zeiten) war de jure sicher­lich auch nicht einwand­frei…

Gottes­dienst streamen: Die Möglich­keiten (von einfach bis profes­sio­nell)

Stream einrichten

Ein Stream lässt sich sehr sehr leicht via YouTube einrichten. Dafür müssen Sie lediglich einen Account besitzen, dann die Prozedur einmal durch­führen, um sich frei­schalten zu lassen. Nach 24 Stunden können Sie Ihren ersten Live-Stream planen und den Link streuen.

Crash-Kurs: In wenigen Klicks zum Live-Stream-Date

Screenshot Livestream einrichten youtube
Klicken Sie oben auf das Kame­ra­symbol mit dem “Plus”
Screenshot Livestream einrichten youtube klicken auf Livestream starten
Klicken Sie dann auf “Live­stream starten”
Sie sehen folgendes Fenster. Hier können Sie den Titel eingeben, die Zugangs­mög­lich­keit beschränken und den Zeitraum des Streams starten
Wichtig: klicken Sie auf “Später planen”, geben Sie dann Datum und Uhrzeit ein, und klicken Sie dann auf “Weiter”

Nach ein paar Einstel­lungen erhalten Sie einen Link, welchen Sie dann teilen können, damit Leute wissen, wie sie teil­nehmen können.

Ausführ­liche Anleitung (VIDEO)

Dieses Video zeigt Ihnen einfach und unkom­pli­ziert, wie Sie sehr schnell einen Live­stream einrichten, um zeitnah den Gottes­dienst streamen zu können.

Hier übrigens der ausführ­liche Guide von Google, wie man auf YouTube live­streamen kann.

Live-Stream ankün­digen

Kommu­ni­zieren Sie den Link, welchen Sie von YouTube erhalten haben, auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen. Ruhig auch mehrfach.

Sie können diesen gerne auch über die Presse spielen. Was schadet es, wenn mehr Leute von Ihrem Angebot erfahren?

Setzen Sie am sinn­vollsten auf WhatsApp. Dessen Reich­weite reicht schlicht und ergrei­fend sogar weiter als das Festnetz. Man kann bspw. eine eigene WhatsApp-Gruppe gründen und alle bekannten Gemein­de­mit­glieder hinzu­fügen. Zudem weitere Multi­pli­ka­toren als Admins einsetzen, damit diese auch noch weitere Personen hinzu­fügen können.

So haben Sie eine Gruppe beisammen, der Sie immer den aktuellen Link mitteilen können. Und/oder auf aufge­zeich­nete Andachten hinweisen…

Liturgie: Ein beson­derer Ablauf für besondere Zeiten?

Auch diese Empfeh­lung ist kirchen­ju­ris­tisch alles andere als sauber: Überlegen Sie sich, ob Sie viel­leicht den Gottes­diens­t­ab­lauf umge­stalten.

Also viel­leicht das Ganze mehr in Richtung “um gottes­dienst­liche Elemente ergänzte Live-Andacht” entwi­ckeln. Klar ist, sowas wie die Eucha­ristie kann man virtuell nicht feiern. Auch Wech­sel­ge­sänge und ‑Sprüche funk­tio­nieren nicht.

Also braucht ein gestreamter “Gottes­dienst” auch einen streamtaug­li­chen Ablauf.

Aber als “Kirchen­profi” dürften Sie auch hier ja der Profi sein, um neue Zwischen­wege zu finden.

Zudem sollte die Zahl der Betei­ligten einer­seits so gering wie möglich gehalten werden – der Grad der Abwechs­lung aber auch so ausge­prägt wie nötig. Viel­leicht ist dies eine vertret­bare Konstel­la­tion:

  • Priester, PfarrerIn, DiakonIn
  • Musiker (für Vortrags­musik) – im Idealfall KantorIn, weil somit Arbeit statt privates Treffen
  • LektorIn – im Idealfall jemand, der/die sonst noch für die Gemeinde arbeitet)
  • (evtl. Vide­o­per­sonal)

Alle natürlich mit mindes­tens 1,5 Meter Abstand…

Gottes­dienst filmen: Schlichtes & einfaches Setup

Zugegeben: Ganz so einfach ist es dann doch aktuell nicht, aus YouTube heraus zu streamen. Will man dies einfach via Smart­phone und App machen, braucht man 1000 Follower um einen Live­stream einrichten zu können.

Da nur wenige Kirchen­ge­meinden bereits darauf verweisen können dürften, werden als Minimal-Setup benötigt:

  • Laptop
  • Inter­net­ver­bin­dung (LAN toppt WLAN)
  • Kamera, welche über USB an den Laptop liefert. (zur Not tut es auch eine/die Webcam…)
  • Mikrofon (bei manchen Webcams und Laptops inte­griert, lässt sich aber auch günstig kaufen und via USB verbinden)

Gottes­dienst filmen: Setup für mehr Abwechs­lung

Natürlich ist ein via Webcam gefilmter Gottes­dienst nicht das Maß aller Dinge. Aber um spontan ein erstes Mal mit seiner Gemeinde orts­un­ab­hängig Gottes­dienst zu feiern reicht es alle Mal. Better done than perfect.

Sollte man aber höhere Quali­täts­an­sprüche anlegen oder das Streaming wieder­holen, sind das die zwei wich­tigsten Stell­schrauben:

  • Bild­qua­lität
  • Abwechs­lung im Bild

Um dies zu erreichen braucht man weiteres Equipment, nämlich vor allem Software und/oder eine zweite Kamera. (Die Software kann auch zwischen den Streams zweier Kameras hin- und hers­wit­chen, wie ein digitales Mischpult. Doch das ist dann viel­leicht schon zu komplex…)

  • Laptop
  • Inter­net­ver­bin­dung (LAN toppt WLAN)
  • externe Kamera, welche über USB an den Laptop liefert (Evtl. Smart­phone oder vorhan­dene Digi­tal­ka­mera)
  • Stativ (für Kamera)
  • externes Mikrofon (Zugang zu Laptop via USB)
  • Power­point-Präsen­ta­tion mit gewünschten “Einblen­dungen” (Text-Folien, Bilder etc.)
  • Eine Software, welche das Wechseln von Bildern erlaubt (kosten­lose Variante: OBS)

Und so fügt man dieses Setup zu einem besseren und abwechs­lungs­rei­cheren Stream zusammen

Gottes­dienst filmen: Profes­sio­nelles Setup

  • Laptop
  • Inter­net­ver­bin­dung (LAN toppt WLAN)
  • mindes­tens zwei externe Kamera, welche über USB an den Laptop liefert (am besten Digi­tal­ka­meras)
  • Stative (für Kameras)
  • externes Mikrofon (Zugang zu Laptop via USB)
  • Power­point-Präsen­ta­tion mit gewünschten “Einblen­dungen” (Text-Folien, Bilder etc.)
  • Eine Software, welche das Wechseln von Bildern erlaubt (kosten­lose Variante: OBS)

Tipps & Tricks

  • Üben Sie den Ablauf im Vorfeld. Viel­leicht mit einem Test-Gottes­dienst in einem eigenen Test-Stream mit Test-Zuschauern. Erst wenn Sie genügend Sicher­heit im Umgang haben, sollten Sie an die Öffent­lich­keit gehen. Wenig ist ärger­li­cher, als ein groß ange­kün­digter Live­stream, welcher sich dann aber nicht umsetzen lässt.
  • Es könnte sinnvoll sein, viel­leicht nicht alle Gottes­dienste auf Sonntag 10 Uhr termi­nieren. So verhin­dert man, dass YouTube zu diesem Zeitpunkt viel­leicht doch an seine Kapa­zi­täts­grenzen stößt

Live-Streaming von Gottes­diensten: Recht­liche Fragen

Urhe­ber­recht

Werden während des Live­stream Fotos oder Videos gezeigt, gelten hier die gängigen Urhe­ber­rechte. Also in Kurz: nur gemein­freie oder eigen­pro­du­zierte Medien verwenden. (Wie Sie gute gemein­freie Bilder finden, erläutern wir übrigens hier)

Rund­funk­li­zenz

Durch juris­ti­sche Ände­rungen der letzten jähre (Stichwort: Influ­encer), gelten engere gesetz­liche Vorgaben zum Thema Rund­funk­li­zenz. Ein Grund zum sorgen ist dies jedoch nicht, wie die Baptisten erläutern:

Eine Rund­funk­li­zenz benötigen Gemeinden, die ihre Gottes­dienste streamen, übrigens nicht, solange zwei Punkte berück­sich­tigt werden: 1. Der Zeitraum für das Streaming ist nicht länger als drei Monate. 2. Es werden über den Stream nicht regel­mäßig 20.000 oder mehr Personen erreicht.

baptisten.de

GEMA

In wie weit das Streamen von Gottes­diensten mit der GEMA in Berührung führt, hängt zu erst einmal davon ab, ob der jeweilige Verband/ die jeweilige Kirche eine Verein­ba­rung mit der GEMA geschlossen hat.

Ansonsten zeigt sich die GEMA gerade kulant…

Katholisch.de fasst die aktuelle Lage wie folgt zusammen

In Gottes­diensten gilt ein Pauschal­ver­trag für die Musik: Die Kompo­nisten müssen nicht eigens bezahlt werden. Doch Live­streams sind dabei eigent­lich nicht abgedeckt – die Verwer­tungs­ge­sell­schaft GEMA zeigt sich nun während der Corona-Krise kulant.

katholisch.de

Sehr hilfreich

Mehr zum Thema

Grober Zusam­men­hang

Ihre Fragen sind gefragt!

Haben Sie konkrete Fragen oder Best Practice Beispiele aus Ihrer Gemeinde? Nutzen Sie gerne die Kommen­tar­funk­tion, um uns dies mitzu­teilen.

Nützliche Inhalte fügen wir gerne als Update in den Artikel ein!

Abspann

Dieser Beitrag wurde Ihnen präsentiert von der Werteagentur telos communication.

Das Start-Up für gemeinnützige Kommunikation unterstützt besonders bevorzugt Kirchengemeinden auf dem Weg zu einer erfolgreicheren Kommunikation – getreu dem Leitspruch Gutes besser kommunizieren.

Beide Gründer studierten vor Ihrem Wechsel in die Kommunikationsbranche selbst erfolgreich Theologie und kennen die kirchliche Kommunikation somit sowohl aus der Theorie als auch aus der Praxis.

Mehr erfahren Sie unter www.telos-communication.de oder HIER auf diesem Blog.

Möchten Sie kommende Artikel nicht mehr verpassen?

Dann abonnieren Sie Kirchen Kommunikation via E-Mail!
So erhalten Sie alle kommenden Beitrag direkt in Ihr Mail-Postfach.

Und das gänzlich ohne lästige Werbemails!


Teilen Sie diesen Beitrag mit anderen!

Share on email
Share on facebook
Share on xing
Share on linkedin
Share on twitter
Share on skype
Share on print

7 Antworten

  1. Ich finde es schlimm, wie hier christ­liche Werte über­gangen werden. Alter­na­tiven zu Youtube zu nutzen setzt auch weder Macher noch Nutzer Problemen aus, z. B. Dail­y­mo­tion aus Frank­reich, das ist dasselbe in grün, nur ist es nicht so ein Riesen-Monster, das sehr weit weg sitzt und seiner gesell­schaft­li­chen Verant­wor­tung nicht gerecht wird.

    Wie Google, Whatsapp und auch Amazon mit Menschen­rechten und Daten­schutz umgehen, ist für Christen und jeden Menschen­freund absurd. Die Notwen­dig­keit jetzt schnell zu Streamen leuchtet mir auch nicht ein. Gemein­schaft habe ich bei einem Frontal-Gottes­dienst vor dem Bild­schirm nicht. Warum soll ich mir da mal nicht einen der vielen anderen Aufge­zeich­neten anschauen, die es in etlichen Media­theken schon gibt? Oder eine der vielen MP3-Predigt­mit­schnitte, von den Predigten, die ich in meiner Gemeinde verpasst habe?

    Christen, die so mit christ­li­chen Werten umgehen, erzeugen bei mir keine “Kunden­bin­dung”, sondern treiben mich weg. Sie büßen an Glaub­wür­dig­keit ein, geben ein schlechtes Vorbild und bringen die Kinder digital auf die schiefe Bahn. Es ist ihnen nicht klar, was für schlimme Inhalte dort sind und wie mani­pu­lativ diese Firma ist.

    Als Licht­blick empfehle ich den verlinkten Artikel von Evan­ge­li­schen Daten­schüt­zern.

    1. Hallo Marco,

      vielen Dank für deinen ausführ­li­chen Kommentar.

      Wir wissen wohl mit Blick auf den Google Konzern und Facebook um die Schwie­rig­keiten rund um das Thema Daten­schutz & Co. Nicht umsonst prangert Amnesty Inter­na­tional die Verlet­zung des Rechts auf Privat­sphäre an.

      Aber glaubst du bei Dail­y­mo­tion sieht das Thema Sicher­heit anders aus? Ende 2016 wurden bei Dail­y­mo­tion E‑Mail-Adressen und geschützte Pass­wörter von rund 18 Millionen Account-Inhabern gehackt. Das Prozedere rund um das Thema Daten­schutz müsste man sich sehr genau anschauen, um dort Unter­schiede ausmachen zu können und die einge­stellten Inhalte unter­scheiden sich auch nicht.
      Amazon haben wir in unserem Beitrag nicht erwähnt – was aber zeigt, dass du dir generell Gedanken zu den großen „Daten­kraken-Tankern“ machst. Das tun wir im Übrigen auch und können deine Einschät­zung partiell teilen.

      Aber worum es uns in erster Linie geht, ist eine gesunde Form des Prag­ma­tismus, um die Frohe Botschaft möglichst breit zu streuen – oder nach Mt 28,19: „Darum geht und macht ALLE Völker zu meinen Jüngern […].“ Wer alle erreichen will, muss ein Medium nutzen, das möglichst auch alle erreichen kann; und das ist wie in unserem Beitrag geschil­dert, nun mal am ehesten YouTube.

      Was zwei­fels­frei dazu gehört, ist ein kriti­scher Umgang mit Medien. Dazu gehört eine Medi­en­päd­agogik gerade für Kinder, die du in deinem Kommentar als besonders gefährdet ausmachst – sehen wir auch so (und sorgen aus dem Privaten gespro­chen als Väter persön­lich dafür, so wie es alle Eltern tun sollten).
      Es ist schade, dass du unseren Beitrag in der von dir geschil­derten Form ablehnst, aber sei gewiss: Als Christen, Theologen und Kommu­ni­ka­ti­ons­dienst­leis­tende machen wir uns sowohl im geschäft­li­chen als auch im privaten Bereich ausführ­lich Gedanken zu christ­li­chen Werten und wie wir diese in unseren Alltag inte­grieren: Wir betreuen nur Kunden im kirch­li­chen und Non-Profit-Bereich, setzen auf „grüne“ Energie und Erzeug­nisse und haben für unsere Geschäfts­ge­baren ein christ­li­ches Werte­profil.

      Im Übrigen: Die Werte­frage muss jede und jeder erst mal für sich selbst beant­worten. Das fängt Beim Einkauf von Lebens­mit­teln und Produkten des täglichen Bedarfs an und endet dann irgend­wann viel­leicht am Bild­schirm mit den Fragen: Wer hat eigent­lich meinen Rechner unter welchen Bedin­gungen produ­ziert? Wer liefert mir den Strom zu welchen Kondi­tionen? Wer hat mein Betriebs­pro­gramm herge­stellt? Auf welchem Weg sind meine Compu­ter­teile zu mir nach Hause geliefert wurden? Sind bei all diesen Fragen meine christ­li­chen Werte­vor­stel­lungen voll­kommen umgesetzt wurden? Und noch bevor du mit deinem Browser auf den Seiten eines etwaig frag­wür­digen Anbieters wie YouTube gelandet bist, hast du den Anspruch auf ein 100% christ­lich „reines“ Werte­profil schon verfehlt…

      Trotzdem danken wir dir für deine kritische Stel­lung­nahme und nehmen diese gerne zum Anlass um ggf. bald einen Beitrag zum kriti­schen Umgang mit Daten im Netz zu machen!

      1. Naja, Herr Petrelli, es gibt auch tech­ni­sche Möglich­keiten, die ethisch verant­wort­lich handeln von Beginn an. Schauen Sie doch mal unter https://fsfe.org/
        Einen Blog­bei­trag zu konkreten Beispielen fänd ich hilf­rei­cher als den immer­glei­chen Weg, den wir bereits als falsch erkannt haben.

        1. @ Dorothee Janssen: Was wäre denn ein Beispiel für eine freie und Daten­schutz-konforme Software, welche die Kriterien Stabilität/Zuverlässigkeit, Einfach­heit und vor allem Zugäng­lich­keit erfüllt?

          @Marco: Ich finde, wir können uns da an den ersten Christen und Paulus, Petrus etc. sehr viel zum Thema „christ­liche Werte“ abschauen. Sie benutzten weiterhin Münzen, auf denen der Römische Kaiser als „Heiland der Welt“ gefeiert wurde, sie benutzten das römische Stra­ßen­netz und auch der durch das Römische Reich ermög­lichte Schiffs­ver­kehr wurde benutzt, um die gute Nachricht zu verbreiten. Und das, obwohl Rom nun wirklich schlecht wegkommt in der Bibel (Große Hure Babylon in der Offen­ba­rung etc.). Ich denke, der gelin­genden Verkün­di­gung Vorrang zu geben vor ethisch 100%ig unbe­denk­li­chen Wegen, kann man auch aus vielen Kontakten von Jesus und den Phari­säern ableiten. Klar ist aber auch: Im Idealfall sollte beides (Verkün­di­gung und „sauberes“ Medium dafür) Hand in Hand gehen. Nur lässt sich der Idealfall nicht immer herstellen…

          Danke auch für die Anregung zum Predigt­down­load. Gerade für viele aus der evan­ge­lisch-frei­kirch­li­chen Welt mag das der wesent­liche Bestand­teil des Gottes­dienstes sein. Für die anderen (übrigens >80% der Christen in Deutsch­land) hat ein Gottes­dienst noch mehr Elemente, welche sich nicht so gut down­loaden lassen wie eine Predigt. (Zum Beispiel das gemein­same Lesen eines Psalms, die Fürbitten, das Schuld­be­kenntnis und der Gnaden­spruch daraufhin etc.). Das alles sind für viele Christen wichtige Elemente ihrer Spiri­tua­lität, welche sie in Gottes­diensten suchen. Gerade weil die spiri­tu­elle Versor­gung dieser Menschen mitbe­dacht werden sollte, empfehlen wir ja den Griff zum Live­stream. Auch wenn wir natürlich verstehen, dass nicht alle diese Wahl als ideal ansehen.

          1. @ Dorothee Janssen: Was wäre denn ein Beispiel für eine freie und Daten­schutz-konforme Software, welche die Kriterien Stabilität/Zuverlässigkeit, Einfach­heit und vor allem Zugäng­lich­keit erfüllt?“ Das wird ein Co-Referat. Wie wäre es mit einem Gast­bei­trag?

  2. Danke an Marco (Kommentar vom 20.3.2020) und Frau Janssen. Ich bin froh, daß sich Leute im kirch­li­chen Umfeld an Werte fest­halten, die in Corona-domi­nierten Zeiten leicht­fertig über Bord geworfen werden (“alter­na­tivlos” u. ä. haben wir schon zu oft gehört).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 30 anderen Abonnenten an